Archiv | April, 2010

Das große Geschäft mit Lyrik! Verlage, Lektoren, Rezensenten und Büchereien, Verleger, Lyriksternchen, Lyrik das große Geschäft

9 Apr

Verlage, Lektoren, Rezensenten und Büchereien, Verleger, Lyriksternchen, Lyrik das große Geschäft Die sauren Gurken der Buchszene? Nein, nicht was sie denken. Saure Gurken sind die Renner der Buchszene. Im Konsum ist das Angebot stapelweise beworben. Aktuelles zur Buchmesse 2010. Die Leipziger Buchmesse macht noch mit Abfällen Geschäfte, das gilt im Übrigen für alle Buchmessen, die LitCologne, wie auch für Großbüchereien. Sie erleben den Konsum. Bücher über Bücher und: Nichts geistreiches!: Der Schauspieler und Bösewicht vom Dienst hat gerufen, doch keiner kam zur Präsentation seines Ratgebers: „Mein Powerprogramm für echte Männer.“ Gibt es denn keine echten Männer mehr? Wenn Detlef D! Soost keine Popsternchen mit neuen Choreos quält, „schreibt“ er Bücher; Abi Ofarim war in den 60ern ein Star. Diejenigen, die ihn heute noch kennen, haben lang auf seine Autobiografie gewartet. Daniela Posern hat den ewig jungen weisen alten Herren in die Raucherecke begleitet; Sie hat sich taufen lassen. Sie singt jetzt Gospels. Sie hat eine Biografie geschrieben. Und bleibt doch immer Nina Hagen; in den Romanen von Hera Lind spielen eigentlich Frauen die Hauptrolle. In ihrem neuen Buch ist plötzlich ein Mann der Protagonist; Helge Timmerberg durch Leipzig und plaudert mit ihm dabei über Goldsucher am Amazonas, Kamelreiten und Weißweinschorle; Klaus Wagenbach kennt Kafka wie kein anderer und war immer politisch engagiert; das neue Buch von Mia Ming. Es droht ähnlich erfolgreich zu werden wie ihre Trilogie schlechter Sex; Stefan Schwarz ist Vater und Ehemann. Er hat sein neues Buch Hüftkreisen mit Nancy für die Zuschauerinnen noch mal nachgekocht; live aus Leipzig, erleben können Sie Günter Grass, Axel Hacke, Dieter Mann, Harry Rowohlt, Anna Thalbach, Hanns Zischler u.v.a.; Die WM 2010 – das sportliche Großereignis des Jahres auf der Buchmesse. Norbert Kron und Marius Hulpe aus der Autorennationalmannschaft haben ihren liebsten Fangesang ins Mikro geschmettert Viele einsame Stunden verbringt der Schriftsteller am Schreibtisch – allein mit sich und seinen Gedanken. Beim Fußball in der Autorennationalmannschaft kann er hingegen seine Energie auf dem Platz abladen; Johann König mag Langeweile. Und Ruhe. Ausrasten tut er so gut wie nie; Wer zuletzt lacht, denkt zu langsam so der Titel des Ratgebers von Sascha Korf; Iwailo Schmidt hat seinen Stand direkt neben dem von Christian Anders. Christian Anders ist Schlagersänger. Christian Anders ist Impfgegner. Christian Anders schreibt gern in GROSSBUCHSTABEN. Christian Anders ist … anders. Und er hat mit dem Schlagersänger mehr gemeinsam, als man denkt; Volker Insel entdeckte den Berliner Rocker Lommel auf der Messe. Jetzt sind sie Freunde. … Das sind nur einige Schlagzeilen der Leipziger Buchmesse 2010. Man wird nun sagen aber da steht doch Günter Grass, und ich sage sicher nicht umsonst. … Dieser Wahnsinn könnte stundenlang so weitergehen. Gehört nun Dieter Bohlen doch noch zur größten Weltliteratur, Nobelpreisverdächtig? Muss man hier schon vor lauter Fressen und Betrachten der Buchrücken kotzen? Sind seit der Aufklärung (oder seit der Bibel) keine ordentlichen Bücher mehr möglich? Der Kulturbetrieb hat die kreative Kunst übernommen. Der Mensch, der zu blöd ist fernzusehen, braucht das blöde Buch um seine Lebenszeit zu verschlafen. Wenn ich nicht in Leipzig oder sonst wie Gleichgesinnte treffen möchte oder dafür Geld bekomme, ist mir die Bahnfahrt hin und zurück einfach zu schade. Da redet eine Schauspielerin interessant auf der Buchmesse statt im Theater, nur weil sie ein Buch über Kräuterschnaps und Garten geschrieben hat. Ich frage mich, was ist daran Schriftstellerautor? Das sind doch Tagebücher. Mit Lyrik verdienen? Viele verdienen sich mit Lyrik eine goldene Nase. Dieser gewagte Ausspruch scheint wohl wahr. Die Wahrheit liegt darin, dass die Mächtigen der Lyrikszene die mit dieser Sparte verdienen, so heftig das Gegenteil behaupten. Da heißt es doch: „Erstens ist das wirtschaftliche Interesse, Lyriker zu fördern eher gering, weil mit Lyrik nichts zu verdienen ist. Zweitens stellt die Lyrik tatsächlich einen Sonderfall in der Frage: „Kann man schreiben lernen?“ dar.“ Wer nicht im Fernsehen spricht, wird in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen. Der elitäre Schriftsteller, nur von einer Gemeinde wahrgenommen, verschafft sich kein Gehör. Dieses traumatisierte Verlegergejammer und das ihrer Helfershelfer sind für die Öffentlichkeit unerträglich. Es ist unbestritten, das auch sie ihre Ziele verfolgen, sei es, das es wirtschaftliche, kommerzielle, oder wie ein jeder Dichter einmal auf der Titelseite des Feuilletons stehen will. Dieses immer wieder hervorgezogene, schäbige Argument, das nur solche Dichter sich beschwerten, die erfolglos wären, ist doch billigste Polemik. Hier gilt doch eher das Goethewort vom Rezensenten: Sie fressen sich proppesatt und machen anschließend ihren Wohltäter fertig. Es ist doch nicht von ungefähr, das die meisten Herausgeber und ihre Schäfchen aus der Germanistenoberlehrerscene kommen. Hier gilt doch die These, nur der Primus, der mitmacht und seinem Lehrer die Füße küsst, kommt weiter. Genies kommen eben nicht aus der Schule. Dies galt auch für Goethe (dem der Doktortitel jur. versagt blieb.) Ich will aber trotzdem an dieser Stelle allen jenen nicht unterstellen, denen die sich redlich um Lyrik bemühen, jene die Lyrik einfach lieben. Jene, die aus Liebe besondere Verdienste machen aber ihr Umfeld, durch den Zwang ihres Standes durch nicht zu überbrückende Verpflichtungen, der freien Lyrik großen Schaden zufügen. An dieser Stelle möchte ich auch einmal eine Lanze brechen für alle Dilettanten und Anfänger, über Gedichten in Apothekerzeitungen, Fleischerzeitungen, und Seniorenzeitungen und auch über die dilettantischen Gedichte von Geburtstagsdichtern und Schulkindern. Das teilweise verächtliche Gerede von den sogenannten Experten ist unerträglich. Es ist auch einfach so, nicht hinzunehmen. Anderseits müssen diese Herren, als Preisrichter, sich schon gefallen lassen, dass man, auch nur als Dichter, über einen von ihnen gepriesenen Preisträger, an dessen kultivierten Werdegang nichts auszusetzen ist, an dessen Gedichten aber mangelnder dichterischer Geniegeist nachzuweisen ist, heftigere Kritik übt, ja sogar einmal die Frage stellt, wie überhaupt so etwas möglich ist. Das ganz große Geschäft mit Gedichten läuft. Fast alle Schüler dichten. In jedem Werbeblättchen steht ein Gedicht, zu jedem Fest wird gedichtet. Gedichte sind so beliebt, das die großen Verlage Gedichtbände „zensieren“. Sie lassen nur eigene Dichter zu und das auch zu den Preiswettbewerben. Man trägt in den Büchereien einfach die großen Gedichtbände unter die anderen Werke. Bewusst werden die Lyrikregale (im Einzelfall Regälchen) Kleingehalten. Für Verleger sind die Zeiten schon lange nicht wirtschaftlich schwierig. Es wird an Literatur verramscht was das Zeug hält. Überall wo sich bunte Bilder und bekanntes Geschwätz vermarkten lassen sind die Verleger groß im Geschäft. Das Kochbuch vom Sternekoch, die Popidol-biographie vom arbeitslosen Flötenspieler die Bestseller Fantasie Romane und Krimis von Ghostwritern in Massen produziert. Die Buchmessen lachen sich tot. Der Verleger der sich für Lyrik interessiert und auch Lyrik verlegt, investiert in ein Rennpferd das er fördert.

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7 Apr

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