Archiv | März, 2013
21 Mrz

Hymne der Schöpfung

Zwischen Vogelgrippe oder Schweinegrippe
Steht der Mensch. – Schwach
Zwischen erstem Schrei und letztem Seufzer
Der Magen knurrt sein ganzes Leben.
Die Därme geben keinen Furz mehr frei.
Nichts ist uns fremd.

Was fragt die Leber, was die Niere?
Sackratten und Filzläuse?
Farbenpracht und Regenbogen der Galle.
Man sieht nur mit dem Tripper gut.
Auf der Krebsstation wird wieder mal gefeiert.
Die Blase füllt die Nacht.
Und von der Knolle wächst die Welt.

Welches Organ ist Krone dieser Schöpfung?
Wer reißt den Schlund auf, wer den Arsch?
Die Sau die hat den Menschen gemacht.
So, wie er liegt gekühlt und blau im Leichenhaus.
Bis man ihn brennt und in die Welt verstreut.

Schöpfungsstunde

Nun kommt die Stunde,
In der die Worte aufgestiegen
Heraufgeworfen
Waren da,
Wo vorher nichts
Von ihnen war

Doch,
Als der Dämmerzustand
Endete
Da war ich leer und hungernd,
Taumelnd

Schöpfung
Für Schiller
Der Not gehorchend, nicht dem Eigenen..
Höher im Verstand auf längere Zeit
– Sir geben sie Gedankenfreiheit –
Ist nichts mehr geliebt als die Wahrheit.
Doch wo stehen wir heute?

Verstand verkettet zum Ganzen.
Bruchstückhaft der Gang der Welt
Es lebe der Dichterkönig.
Es lebe der Idealismus.

Hochzeit der Dramen
Leerer Schädel auf dem Schreibtisch
So vergehen die Götter.
Die Freiheit war sein Evangelium.
– Ich liebe Schiller ein Leben lang –
Nun sei mir Spiegel Dichter!

Freiheit ja, niemals
Gleichheit und Brüderlichkeit
Freiheit nicht höherem Wesen
Freiheit nur seinem Innern
Alles; nicht bloß Gedanken

Nah der Schöpfung stehen die Dichter.
Fliegen sie den Bienen gleich.
Honig strömend aus den Büschen
Wie sie hier für Götter sprechen.

Weinen, etwas mehr Gefühle.
Etwas mehr Empfindsamkeiten
Eine Parabel für die Seele

© Manfred H. Freude

genesis 2013

Ab heute, 21. März, Welttag der Poesie, möchte ich sieben Tage lang mit euch über Fragen zur Genesis nachdenken; aktuelle, historische, ästhetische, politische usw. Jeden der besagten Tage wedet ihr dazu eine Frage auf diesem Blog und auf Facebook finden. Ausgewählte Texte, spannende Kommentare und Ideen werden in einem Ebook bei mikrotext erscheinen, zusammen mit einem Essay von mir. Die Form der Kommentare bleibt offen, es kann sich um Gedichte handeln, Prosa oder kurze wissenschaftliche Abhandlungen, Traktate und Pamphlete.

Ich freue mich auf eure Schöpfungen!

Jan Kuhlbrodt

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Schöpfung

21 Mrz

Schöpfung

Für Schiller

Der Not gehorchend, nicht dem Eigenen..

Höher im Verstand auf längere Zeit

–         Sir geben sie Gedankenfreiheit –

Ist nichts mehr geliebt als die Wahrheit.

Doch wo stehen wir heute?

 

Verstand verkettet zum Ganzen.

Bruchstückhaft der Gang der Welt

Es lebe der Dichterkönig.

Es lebe der Idealismus.

 

Hochzeit der Dramen

Leerer Schädel auf dem Schreibtisch

So vergehen die Götter.

Die Freiheit war sein Evangelium.

–         Ich liebe Schiller ein Leben lang –

Nun sei mir Spiegel Dichter!

 

Freiheit ja, niemals

Gleichheit und Brüderlichkeit

Freiheit nicht höherem Wesen

Freiheit nur seinem Innern

Alles; nicht bloß Gedanken

 

Nah der Schöpfung stehen die Dichter.

Fliegen sie den Bienen gleich.

Honig strömend aus den Büschen

Wie sie hier für Götter sprechen.

 

Weinen, etwas mehr Gefühle.

Etwas mehr Empfindsamkeiten

Eine Parabel für die Seele